Am sehr frühen Samstagmorgen machten sich mit Sebastian und Felix zwei Spieler aus den Reihen des SVW auf den Weg an die Schweizer Grenze, um beim ausrichtenden TTC Laufenburg an den Südbaden Open teilzunehmen. Wie in den letzten Jahren auch, war die Meisterschaft in verschiedene Spielstärken unterteilt und so trat Felix im B-Wettbewerb (1451-1600 TTR) an, während sich Sebastian im D-Wettbewerb (1151-1300 TTR) versuchte.
Für Sebastian ging es dann nach dem ca. 30 minütigen Einspielen bereits um 9:00 Uhr mit der Gruppenphase los. Gegen Nadine Keilwagen (SSV Freiburg) war er zu Beginn klar überlegen und ging schnell mit 2:0 in Führung. Durch einige Unkonzentriertheiten ließ er seine Konkurrentin aber in die Partie zurückkommen und die Freiburgerin konnte sogar ausgleichen. Im Entscheidungssatz war Sebastian dann aber wieder fokussiert und sorgte so für einen gelungenen Auftakt.
In der zweiten Partie hatte er mit Thomas Mayer (TTC Laufenburg) eine sehr undankbare Aufgabe vor der Brust. Mayer agierte mit beidseitigen Noppen, was für Sebastian Neuland war. So fand er über die gesamte Spieldauer kein Rezept und unterlag mit 0:3. Das dies keine Schande war, zeigte sich am Ende das Tages dann auch beim Ergebnis, wo Mayer souverän den Pokal in die höhe Strecken durfte.
So kam es dann im letzten Gruppenspiel gegen Norbert Schneider (Tiengen-Horheim) zum entscheidenen Match um den Einzug in die KO Runde. Von den TTR Punkten war eine ausgeglichene Partie zu erwarten, doch Sebastian gelang es seinen Gegenüber immer wieder in lange Ballwechsel zu verwickeln und Fehler zu provozieren. Am Ende setzte er sich souverän mit 3:0 durch und zog mit einer 2:1 Bilanz als Gruppenzweiter in die KO Phase ein.
Dort traf Sebastian wenig später dann auf Ruben Emmeluth (TTV Schönau-Todtnau). Sein groß gewachsener Kontrahent konnte in der Anfangsphase der Partie immer wieder seine starke Vorhand einsetzen, die Sebastian zunächst nicht kontrollieren konnte und so mit 0:2 in Rückstand geriet. Es blieb aber dennoch weiter spannend und die Sätze eng. In Durchgang drei und vier aber mit dem besseren Ende für Sebastian. So musste der fünfte Satz über den Einzug ins Halbfinale entscheiden und hier hatte Emmeluth leider mit 11:9 das bessere Ende für sich.
Mit dem Erreichen des Viertelfinals kann Sebastian dennoch auf ein gutes Turnier zurückblicken, aus dem er sicher weitere wichtige Erkentnisse mitnimmt, um sich in Zukunft weiter zu steigern und nach vorne zu kommen.
Um 11:00 Uhr wurde es dann auch für Felix ernst. Im 14 Teilnehmer umfassenden Herren B Wettbewerb, war das erste Ziel auf jeden Fall die KO Phase zu erreichen, Gespielt wurde zunächst in drei Gruppen, wo man mindestens Platz 2 erreichen musste. Felix war hier in Gruppe B eingeteilt, in der sich insgesamt Spieler befanden, sodass vier Vorrundenspiele zu absolvieren waren.
Los ging es gegen Dinko Muratovic (TTC Laufenburg). Dabei bekam es Felix direkt mit kurzen Noppen zu tun und er war direkt schwer gefordert. Knackpunkt war beim Zwischenstand von 1:1 der dritte Satz, den Felix in der Verlängerung mit 16:14 für sich entscheiden konnte und dabei viele Sätzbälle abwehrte. Im vierten Durchgang steigerte sich Felix dann noch einmal und sorgte mit dem Viersatzerfolg für einen guten Auftakt.
Deutlich einfacher war dann die zweite Partie gegen Christian Gleichauf (TTC Laufenburg). Auch hier wartete wieder ein Materialspieler auf Felix, doch dieser lag ihm deutlich besser und sicher war auch ein Vorteil, dass er darauf bereits eingestellt war und so ließ er Gleichauf mit einer absolut dominanten Vorstellung keinerlei Chance. Der klare Dreisatzerfolg (11:8,11:1,11:5) gab viel Selbstvertrauen für die weiteren Aufgaben.
Die dritte Gruppenpartie gegen Florian Kempf (TTC Laufenburg) lief zunächst wieder in Felix seine Richtung und bis zum Zwischenstand von 2:0 hatte er keine Probleme. Auch im dritten Durchgang hatte er lange alles im Griff, ehe er nach reihenweise Fehlern, diesen noch abgeben musste. Im wichtigen vierten Satz war es dann lange eng, denn Kempf fand immer besser in die Partie, doch Felix blieb nervenstark und setzte sich in vier Sätzen durch.
Damit stand vor dem letzten Vorrundenspiel bereits fest, dass die KO Runde erreicht war. Dem Match gegen Ralf Bachthaler (TTC Hasel) kam dennoch eine besondere Bedeutung zu. Bachthaler war mit 1574 Punkten an 1 gesetzt und so hatte Felix mit einem Sieg die Möglichkeit sich das Viertelfinale zu ersparen und direkt in das Halbfinale einzuziehen. Das Spiel war von Beginn an auf sehr gutem Niveau. Bachthaler agierte extrem aggressiv, doch Felix konnte ihn auch immer wieder gut stören und mit aktiven Bällen selbst punkten. Nachdem man sich die ersten beiden Sätze aufteilte, hatte Felix im dritten Durchgang mit einem deutlichen Vorsprung große Chancen auf die Führung, doch er ließ sich noch abfangen und lag dadurch mit 1:2 im Hintertreffen. Unbeeindruckt davon, konnte er ab dem vierten Satz sein Niveau nochmals anheben und ließ mit einer sehr reifen Leistung Bachthaler am Ende beim 3:2 Erfolg keine Chance mehr. Ein echter Big Point für den weiteren Turnierverlauf, denn mit dem Gruppensieg ging er dem Kenzinger Sven Pflieger zunächst aus dem Weg und stand wie bereits oben erwähnt in der Vorschlussrunde.
Nach Abschluss der Viertelfinals stand fest: Auf Felix wartete im Halbfinale mit Tobias Pätzmann (TTC Laufenburg) der bisherige Überraschungsspieler des Turniers, während es parallel dazu im zweiten Halbfinale zum Brüderduell der beiden Pfliegers kam.
Pätzmann legte dann los wie die Feuerwehr und überraschte Felix im ersten Satz mit einem Offensivfeuerwerk. Nun war der Druck da, denn ein 0:2 konnte man sich nicht erlauben. Die Partie war nun ausgeglichen, was an Felix deutlicher Leistungssteigerung lag und sehr nervenstark sicherte er sich in der Verlängerung knapp den zweiten Satz zum 1:1 Ausgleich.
Es bleib weiter spannend und ein Match auf absoluter Augenhöhe wo Kleinigkeiten den Ausschlag gaben. Felix war weiter mutig und er wurde belohnt, denn auch den dritten Satz sicherte er sich mit zwei Punkten Unterschied zur 2:1 Führung. Pätzmann wurde zunehmend nervöser und ungeduldiger und das spielte Felix in die Karten, der sich das Spiel nicht mehr nehmen ließ und mit einem tollen Viersatzerfolg das Finalticket buchen konnte.
Hier kam es dann zum Duell mit Sven Pflieger (TTSV Kenzingen), der im anderen Halbfinale seinen Bruder in vier Sätzen in Schach halten konnte. Die beiden kannten sich gut, im direkten Vergleich, lag Felix mit 2:1 vorne, das letzte Duell im vergangenen Jahr konnte Pflieger aber für sich entscheiden und so war alles offen.
Leider gelang es Felix dann aber nicht für ein spannendes Finale zu sorgen. Im ersten Satz ging es noch knapp zur Sache und Felix hätte in Führung gehen können, beim Stand von 9:9 agierte er aber zu hektisch und so spielte er Pflieger in die Karten. Dieser wurde ab dem zweiten Durchgang dann immer stärker und insbesondere seine Rückhandpeitsche war eine Waffe, die Felix nicht händeln konnte. Leider verkaufte er sich am Ende etwas unter Wert, der 3:0 Erfolg vom stark aufspielenden Pflieger war aber vollkommen verdient und dennoch kann Felix auch mit dem zweiten Platz auf ein sehr starkes Turnier zurückblicken, wo er sich sowohl spielerisch als auch mental von seiner besten Seite zeigen konnte und am Ende mit dem Treppchenplatz in einem guten Feld belohnt wurde.
Nach einigem Überlegen, entschieden sich Sebastian und Felix im Laufe des Tages auch noch kurzfristig für das Doppel zu melden. Da man als Team antreten wollte, musste Sebastian für diesen Wettbewerb die Spielklasse wechseln und so trat man in der B Konkurrenz an.
Das Doppel wird traditionell direkt im KO System ausgespielt und die erste Aufgabe mit den topgesetzten Pflieger/Pflieger hatte es direkt in sich. Man konnte als klare Außenseiter aber befreit aufspielen und wollte die großen Favoriten ärgern. Dies gelang dann auch besser als erwartet und man konnte sich einen Satzgewinn erspielen. Im vierten Durchgang hatte man sogar die Chance den Entscheidungssatz zu erzwingen, am Ende setzte sich das Kenzinger Duo zwar in vier Sätzen durch, Felix und Sebastian hatten aber dennoch Spaß und konnten mit ihrer Leistung auch in diesem Wettbewerb sehr zufrieden sein.
So endete ein sehr langer Tag ziemlich spät am Abend und man machte sich auf die Rückfahrt Richtung Waldkirch. Dennoch war man sich einig, dass es sich gelohnt hat den weiten Weg auf sich zu nehmen, denn die Ergebnisse in allen Konkurrenzen konnten sich sehen lassen und geben Zuversicht und Selbstvertrauen für die kommenden Aufgaben im Spielbetrieb.
Die einzelnen Ergebnisse der Wettbewerbe mit SVW Beteiligung sind hier nachzulesen:
Herren B: https://ttbw.click-tt.de/cgi-bin/WebObjects/nuLigaTTDE.woa/wa/tournamentMatchesReport?federation=TTBW&date=2026-11-01&competition=1103279
Herren D: https://ttbw.click-tt.de/cgi-bin/WebObjects/nuLigaTTDE.woa/wa/tournamentMatchesReport?federation=TTBW&date=2026-11-01&competition=1103296



